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Geschrieben von: Administrator   
Dienstag, 08. Dezember 2009 um 17:06 Uhr

Gedanken zur Erhaltung historischer Schnellzugwagen  --  Der F - Zug

Bereits im Jahre 1982, also nur vier Jahre nach Gründung der PEF entwickelte sich der Verein eindeutig mit der Zielsetzung, historisch wertvolle Eisenbahnfahrzeuge zu erhalten. Es sollte aber nicht ein wahlloses Sammeln von alten Fahrzeugen einsetzen, sondern sich als Traditionsträger des blauen F-Zug der 1950er Jahre zu etablieren. Nach dem Krieg begann man mit dem Wiederaufbau eines schnellen Fernschnellzugnetzes mit attraktiven Fahrzeiten, wenigen Halten, kurzen Zügen und hohem Komfort. So verwendete man die noch vor Kriegsbeginn gebauten und ebenfalls schon zukunftsorientiert entwickelten windschnittig verkleideten Schnellzugwagen, die man Schürzenwagen nannte. Idee war es einen solchen Zug komplett zu bekommen und dann originalgetreu aufzuarbeiten.


Dank unseres Mitglieds und Förderers Herbert Bauer wurden 1982 die beiden Schürzenwagen der Bauarten Aüe 310 (1.Kl. Baujahr 1939) und Büe 366 (2.Kl. Baujahr 1939) erworben und dann nach Passau überstellt. Es war ein riesiger Arbeitsaufwand notwendig, um mit damals viel Lehrgeld die Wagen wieder "in Farbe" zu bringen. Ein Jahr später, 1983 konnte ein weiterer Schnellzugwagen der Bauart ABüe 333 (1./2.Kl. Baujahr 1938) gekauft werden. Innerhalb eines Jahres schließlich gelang die originalgetreue Restaurierung der Schürzenwagen Aüe 310 und Büe 366 im Stil der frühen Bundesbahn in den 50er Jahren. Silbernes Dach, dunkelblauer Wagenkasten (RAL 5013), schwarze Schürzen und silberne Zierstreifen. Zulassung der Wagen 1983 bei der DB. Die Jungfernfahrt fand im Mai 1983 auf der inzwischen stillgelegten Nebenbahn Vilshofen - Aidenbach zum Frühlingsfest nach Aldersbach statt. Fast nicht zu glauben, aber die ersten Fahrgäste waren japanische Reisejournalisten, die auf Deutschlandtour waren und mit wahrer Begeisterung die Bahnfahrt und die anschließende Bierprobe genossen!


Auch mit Dampf gingen die Wagen auf Reisen und als erstes Fernziel wurde Salzburg gewählt.
1984 schließlich war der dritte Wagen einsatzfähig und so fehlte nur noch der typische Halbspeisewagen eines F-Zuges. Im Jubiläumsjahr der Deutschen Bahnen 1985 konnte auch dieser Kauf realisiert werden. Als vierter Wagen kam also ein ARm 216 nach Passau. Dieser Wagen war noch gut erhalten und konnte nach kurzer Zeit schon in Betrieb genommen werden.


Im Jubiläumsjahr 1985 wurden alle Wagen technisch hochgerüstet, die Drehgestelle wurden modifiziert und die zulässige Geschwindigkeit der Wagen wieder auf den ursprünglichen Zustand versetzt, nämlich 140 km/h für die Reisezugwagen und 160 km/h für den Speisewagen. Auch der ARm wurde komplett blau lackiert und so gab es ein wunderschönes Zugbild, vor allem auch durch die erhabenen Lettern mit der Beschriftung DEUTSCHE BUNDESBAHN. Speisewagen und AB erhielten stilgerecht die beiden Buchstaben DB und auch der Schriftzug Speiseraum wurde chromglänzend angebracht.


In Kooperation mit dem damaligen Verkehrsmuseum Nürnberg wurde die E-Lok E 18 03 ebenfalls blau lackiert, hauptuntersucht und in Passau stationiert. So war der blaue F-Zug bald eine vielbeachtete Rarität. Auch mit Dampftraktion kamen die Wagen weit herum, eingesetzt waren die legendären Renner wie 01 1066 und 01 509. Letztere war rund 10 Jahre in Passau stationiert und fuhr vor allem Züge Richtung Österreich, Ungarn und in die damaligen Tschechoslowakei.
Vor allem der Speisewagen ist ein "Weltenbummler", denn er kam in seinem nun über 50-jährigen Eisenbahnleben in viele Länder, nämlich 17 an der Zahl: Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien, Ungarn, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Frankreich, Niederlande, Dänemark, Schweden, Norwegen, Polen, Russland (Königsberg), Luxemburg, Belgien.


Die Fahrzeuge wurden vorschriftsgemäß regelmäßig hautptuntersucht und die Fristarbeiten wurden in DB-Werkstätten durchgeführt. Derzeit ist der A 310 im Ausbesserungswerk Pilsen und wird gründlich saniert, sowie auch hauptuntersucht. Diese Aktion ist eine sehr teure Angelegenheit, denn das Fahrzeug ist völlig entkernt und wirklich alles wird erneuert und teilweise auch eine neue Beblechung angebracht. Das dauert noch, denn die Finanzierung erfolgt über freiwillige Spenden!  Leider ist Stillstand eingetreten, denn was Werk wechselte wiederholt den Besitzer und man glaubte private Wagen nicht mehr machen zu müssen. Es wird nach Lösungen gesucht, um die Arbeiten zu Ende zu bringen.


Früher wurden die Wagen hauptsächlich von DB und ÖBB eingesetzt, heute ist der Sonderverkehr der "Staatsbahnen" gleich null und so werden die Fahrzeuge auf rein private Initiative im Sonderzugverkehr auf Reisen geschickt. Dazu hat sich die jahrelang bewährte Zusammenarbeit mit dem Historischen Dampfschnellzug e.V. der UEF so entwickelt, dass die Fahrzeuge in Stuttgart stationiert sind und somit zusätzlich Wagenkapazitäten zur Verfügung stehen, um historische Schnellzüge für mehr als 300 Fahrgäste anbieten zu können.

fzug1F-Zug mit  01509    Dampflok 01 509 der Ulmer Eisenbahnfreunde e.V. (Baujahr 1935 Krupp Essen, Rekonstruiert 1963 AW Meiningen, 130 km/h, 2500 PSi, 171t) mit dem Passauer F-Zug auf der Franz-Josefs-Bahn bei Wien im Jahr 1992.


In unserer Fahrzeugübersicht finden Sie Informationen über alle unsere  Fahrzeuge.

 

 


 



Die folgenden Wagen bilden unseren F-Zug:

# Reisezugwagen 1. Klasse, Aüe 310
# Reisezugwagen 2. Klasse, Büe 366
# Reisezugwagen 1. und 2. Klasse, ABüe 333
# Speisewagen, ARmz 216

Auch unser Schlafwagen WLA ist ein Schürzenwagen.  Sie Fahrzeugübersicht.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 23. Februar 2010 um 17:46 Uhr
 
 

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